Planwirtschaft

Siehe auch Kommunismus

Was versteht man unter Planwirtschaft?

Bei der Planwirtschaft oder Zentralverwaltungswirtschaft, wie sie auch genannt wird, werden alle Vorgänge, die die Wirtschaft betreffen, zentral von der Regierung gesteuert. Das Prinzip des Angebots und der Nachfrage, wie man es von der Marktwirtschaft kennt, gilt bei dieser Form der Wirtschaftsordnung nicht. Bei der Planwirtschaft geht die Regierung streng nach einem Plan vor. Die so genannte Planstelle muss schätzen, wie viele Waren oder Dienstleistungen die Bevölkerung verbrauchen wird. Alle Waren und Dienstleistungen, Preise und Löhne werden dann in einem Gesamtplan festgelegt.

Dieser Plan, der aufgestellt wird, ist die Richtlinie für die Wirtschaft, denn nach diesem Plan muss sie sich richten. Der Plan besteht aus vielen Einzelplänen und gilt für einen bestimmten Zeitraum. Mithilfe der Planwirtschaft will man erreichen, dass die Waren gerecht verteilt werden. Mit einem Plan kann man besser beurteilen, wie viel die Wirtschaft produzieren muss.

Doch durch die Planwirtschaft ist der Mensch auch sehr eingeschränkt, man kann zum Beispiel nicht einfach mehrere Autos oder andere „Luxusgüter“ kaufen, denn dann würde der Plan nicht aufgehen. Es kann zum Beispiel auch berechnet werden, wie viel Brot pro Person im Jahr verbraucht wird. Um das besser zu kontrollieren, gab es früher häufig so genannte Lebensmittelmarken. Für die Marken konnte man sich dann etwa sein Brot holen – und wenn man keine Marken mehr hatte, dann gab es auch kein Brot mehr. Ein weiteres Kennzeichen der Planwirtschaft ist, dass die Güter, Rohstoffe und Unternehmen dem Staat gehören und nicht, wie bei einer Marktwirtschaft, zum Beispiel dem Besitzer des Unternehmens. Oftmals war es auch so, dass sich die Spitzenpolitiker eines Staates auf Kosten der Bevölkerung bereicherten, wie etwa in der ehemaligen DDR. Planwirtschaft bedeutet zudem, dass wirtschaftliche Veränderungen ein Risiko darstellen, denn auf diese kann die Planwirtschaft nur sehr langsam reagieren.

Die Planwirtschaft wurde überwiegend in sozialistischen Staaten angewandt – sie war auch Ausdruck dafür, dass nicht der einzelne Mensch im Mittelpunkt steht, sondern die Gesamtheit der Gesellschaft. Diese Form der Wirtschaft wurde Ende der 1980er Jahre fast überall abgeschafft, als die kommunistischen Systeme im Osten Europas zusammenbrachen. Es gibt aber heute immer noch Länder, in denen Planwirtschaft betrieben wird, wie etwa in Kuba oder Nordkorea.

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