Kuba – von der Eroberung durch Kolumbus bis heute

Geschichte Kubas

Christoph Kolumbus entdeckt Kuba

1492 traf Christoph Kolumbus auf Kuba. Er meinte, er habe endlich Indien erreicht. In sein Logbuch schrieb er: „Die schönste Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“.

Christoph Kolumbus 1 Christoph Kolumbus 2a Christoph Kolumbus 3 Cristoforo_Colombo_(1520)

Die Ureinwohner (das Volk der Arawaken) beschrieb er als naiv und grosszügig. Sie teilten ihre Güter freizügig, Kolumbus aber behandelte sie immer als Untertanen.

Einen Teil seiner Mannschaft liess er auf La Isla Española, Hispanola (in der Siedlung La Navidad) zurück. Heute ist Hispanola. Heute ist Hispanola Haiti und die Dominikanische Republik. Mit den zwei verbleibenden Schiffen fuhr Kolumbus nach Spanien zurück und wurde dort triumphal gefeiert und geehrt.

Auf der zweiten Expedition wollte Kolumbus Gold und Sklaven erbeuten.

Diego Velázquez erobert Kuba

Schon 1511, kurz nach der Eroberung der Nachbarinsel Hispaniola, zogen die spanischen Konquistadoren weiter hierher. Unter Führung von Diego de Velázquez de Cuéllar unterwarfen die nur 300 aber militärisch weit überlegenen Spanier die einheimische Bevölkerung und gründeten zwischen 1512 bis 1514 sieben Städte: Baracoa, Santiago de Cuba, Bayamo, Trinidad, Camagüey, Sancti Spíritus und La Habana. Das ist der Grund, warum hier so alte Stätte bewundert werden können.

Schon Christoph Kolumbus wähnte sich im Paradies, als er 1492 „Cubanacán“ (indianischer Name Kubas) erstmals zu Gesicht bekam.

Die Zuckerinsel und ihre Sklaverei

Auf jedem zweiten Quadratmeter der Insel wächst Zuckerrohr. Die Plantagenbesitzer schwammen im Geld. Insgesamt wurden fast eine Million schwarzafrikanische Sklaven importiert.

Abschaffung der Sklaverei und Abhängigkeit von den USA

Erst 1886, später als auf den Nachbarinseln, wurde die Sklaverei abgeschafft. Damit endete auch das fürstliche Leben der spanischen Zuckerbarone. Zu ihrer Selbstbestimmung aber kamen die Kubaner noch lange nicht. Als die spanischen „Zuckerbarone“ vertrieben waren – die USA halfen dabei mit – besetzten die Amerikaner das Land und sicherten sich die Mitsprache bei der Wahl der zukünftigen Präsidenten.

Kuba geriet also in eine halbkoloniale Abhängigkeit von den USA. Die Kluft zwischen extrem arm und extrem reich klaffte immer weiter auseinander. Zuckerindustrie, Eisenbahn und Bergbau wurden bald vollständig von amerikanischen Firmen kontrolliert. Dazu wurden hier militärische Stützpunkte eingerichtet. Korruption, Gewalt und Vetternwirtschaft nisteten sich ein, Diktatoren errichteten – gestützt auf die USA – blutige Terrorregimes. Daneben wurden die Casinos zu Zentren, wo viele amerikanische Mafiosi durch Geldspiele und Alkoholverkauf noch einflussreicher wurden.

Die Revolution von 1959

Mit Ausnahme der reichen Kubaner waren wohl alle Inselbewohner erleichtert, als 1959 die Revolutionäre kamen. Der Diktator Fulgencio Batista musste fliehen, Castros Guerilleros marschierten in Havanna ein. Etwas Unglaubliches war geschehen: die Revolution von Fidel Castro und Che Guevara hatte gesiegt. Die Kubaner fielen in einen grossen Freudentaumel.

Das Regime von Fidel Castro

Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara, die beiden Chefideologen, begannen unverzüglich mit dem Umbau der Gesellschaft. Sie suchten nach einem Ausweg aus dem jahrhundertealten Elend der Dritten Welt. Kompromisslos enteigneten sie auch US-Unternehmen und leiteten eine grundlegende Agrarreform ein. Die Revolutionäre errichteten ein kostenloses Bildungs- und Gesundheitswesen, führten eine Alphabetisierungskampagne durch und beendeten die Rassendiskriminierung. Die Parole „Socialismo o Muerte“, Sozialismus oder Tod, wurde ausgegeben. Wegen der Enteignung und Umverteilung der Ländereien und Betriebe flohen die wohlhabenden Kubaner vor der „roten Gefahr“ (Kommunismus) vor allem nach Miami.
Durch die Sozialisierung waren Arbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit und Prostitution bald verschwunden. Auf der Karibikinsel entstand etwas, was dem idealisierten Bild einer „gerechten Gesellschaft“ nahe kam. Der eigentliche Magier der Revolution war der argentinische Arzt Ernesto „Che“ Guevara (1928-1967). Er stürzte sich auf den Wandel des Bewusstseins und träumte vom „neuen Menschen“, der allen materiellen Begehrlichkeiten abschwört – selbstlos, solidarisch und revolutionär.

Die Gegenreaktion der USA

Die USA reagierten auf die Enteignungen sofort mit einem Importstopp für Zucker. Als Kubas wichtigster Handelspartner hatte dies eine grosse Wirkung: die Zucker-Importe sanken um 95 Prozent. Präsident Eisenhower war überzeugt, dass es sich bei Fidel Castro vor der Haustür der USA um eine der „lateinamerikanischen Eintagsfliegen“ handelte.

Das war aber nicht so. Fidel blieb, seine Regierung fuhr mit der kommunistischen Umbildung unbeirrt fort. Also griff Eisenhower zu seinem stärksten Druckmittel: Kubas wichtigster Handelspartner verhängte 1962 ein totales Wirtschaftsembargo (Wirtschaftsblockade).
Bündnis mit der Sowjetunion

Das isolierte Kuba fand schliesslich in der Sowjetunion einen Verbündeten. Mit der Rückendeckung des „Grossen Bruders“ erlebten die Kubaner eine Zeit des Aufschwungs, die ihnen einen Lebensstandard bescherte, von dem ihre lateinamerikanischen Nachbarn nur träumen konnten.

Die Kuba-Krise

Fidel Castro erlaubte der Sowjetunion, dass sie Mittel- und Langstreckenraketen auf Kuba stationieren durften. Diese waren auch mit nuklearen Sprengköpfen (Atombomben) versehen. Diese hätten Washington und wichtige US-Industriezentren erreichen können. Die Vorwarnzeit hätte nur fünf Minuten betragen. Ausserdem wurden Iljuschin IL-28-Bomber entdeckt, welche auch Nuklearbomben laden konnte. Dies wurde von der Sowjetunion als militärische Drohkulisse aufgebaut.

Der US-Geheimdienst entdeckte die Atomraketen im September 1962. Dies löste eine der schwerten Krisen im Kalten Krieg aus und endete beinahe in einem Atomkrieg.

J. F. Kennedy berief eine Sonderberatungsgruppe. Sie bestand aus zwei Lagern: Die „Falken“ (Hardliner aus dem Militärdepartement) wollten direkt mit der Bombardierung beginnen, die „Tauben“ (gemässigte Vertreter aus dem Aussenministerium) schlugen eine Seeblockade vor. Kennedy entschied sich für eine Seeblockade um Kuba herum mit rund 200 Kriegsschiffen.

1989 Die Sowjetunion beginnt zu zerbrechen

Anfang der neunziger Jahre besorgte schliesslich der Zerfall der Sowjetunion, was die Vereinigten Staaten mit ihrem unnachgiebigen Wirtschaftsembargo drei Jahrzehnte lang nicht geschafft hatten: Das von Importen so abhängige Kuba steuerte auf einen wirtschaftlichen Infarkt zu. Mangels Benzin ruhten viele von Maschinen abhängige Produktionszweige, kein Auto fuhr mehr auf den Strassen, und die Regale der staatlichen Versorgungsläden waren leer. Es fehlte an allem. Der Leidensweg der Kubaner hatte einen neuen Höhepunkt erreicht.

Tourismus als neues Standbein

Mit dem Zucker konnte Kuba bei den Welthandelspreisen und dem US-Wirtschaftsembargo nichts mehr verdienen. Also wurde der internationale Tourismus zum neuen Standbein der kubanischen Wirtschaft.

Geografie Kubas

Kuba spannt sich von West nach Ost auf 1250 Kilometern. Insgesamt umfasst es über 100‘000 Quadratkilometer Land. Korallenriffe, Palmenstrände, grün überwucherte Gebirgszüge, dichte Mangrovensümpfe, weite Zuckerrohr- und Tabakplantagen prägen die Landschaft.

Zu einem Viertel ist die grösste der karibischen Antilleninseln karstiges Bergland. Die höchsten Berge, die Sierra Maestra, sind mit ihren fast 2000 Metern des Pico Turquino sogar Hochgebirge.

Karte Kuba