Die Störe (Knorpelschmelzschupper)

Systematik der Störe

Störe sind seltsam urtümliche Geschöpfe: mit ihren grossen Knochenplatten, der spitzen Schnauze mit den zwei Barteln und dem bauchwärts gelegenen, kiefertragenden aber zahnlosen Mund fällt es uns schwer, sie in eine uns bekannte Verwandtschaft zu stellen.

Im Devon (vor rund 400 Mio Jahren) trennten sich die Strahlenflosser (Actinopterygii) von den Fleischflossern (Sarcopterygii, zu denen die Quastenflosser gehören). Die Strahlflosser entwickeln eine riesige Artenvielfalt. Wir teilen sie in drei Unterklassen ein:

Flössler (Polypteri) mit der Ordnung Flösselhechtartige (Polypteriformes)

Knorpelganoiden (Chondrostei) mi der Ordnung Störartige (Acipenseriformes)

Neuflosser (Neopterygii) mit den Ordnungen Knochenhechtartige (Semionotiformes) Kahlhechtartige (Amiiformes) und Teilklasse Echte Knochenfische (Teleostei)

Die beiden ersten entwickeln ihre grösste Vielfalt im Karbon und im jüngeren Mesozoikum, während die Neuflosser und besonders die Echten Knochenfische seit der Kreidezeit bis heute sich kontinuierlich differenzieren.

Störe gehören zu den Chondrostei (Knorpelganoiden), ihr Skelett ist teilweise knorpelig.

Die Schwanzflosse mit den ungleich langen Zipfeln (heterozerke) erinnert an die der Haie. Die Störe wurden daher in der Vergangenheit (z.B. von Cuvier) gelegentlich den Knorpelfischen zugeordnet (Marinelli und Strenger, 1953).

Stamm Chordata (Chordatiere)

   Unterstamm Vertebrata (Wirbeltiere)

      Überklasse Gnasthomata (Kiefermünder)

         Klasse Ostheichthyes (Knochenfische)

            Unterklasse Actinopterygii (Strahlenflosser)

               Überordnung Chondrostei (Knorpelganoiden)

                  Ordnung Acipenseriformes (Störartige)

                     Familie Acipenseridae (Rüsselstöre)

                        Unterfamilie Acipenserinae (Echte Störe)

                           Gattung Acipenser (Störe)

                              Art Acipenser baeri (Sibirischer Stör)

 

Verschiedene Namen für die Störe

Common Name Used In Sprache Type
Esturgeon de Sibérie France French FAO
Esturgeon sibérien France French Umgangssprache
Esturión de Siberia Spain Spanish FAO
Esturión siberiano Uruguay Spanish Umgangssprache
Jeseter sibirský Czech Rep Czech Umgangssprache
Jesiotr syberyjski Poland Polish Umgangssprache
Lena River sturgeon UK English Umgangssprache
Long-nosed Siberian sturgeon Russian Fed English Umgangssprache
Siberian sturgeon Russian Fed English Umgangssprache
Siberian sturgeon UK English FAO
Siberian sturgeon USA English AFS
Sibirischer Stör Germany German Umgangssprache
Sibirisk stör Sweden Swedish Umgangssprache
Sibirisk stør Denmark Danish Umgangssprache
Sibirsk stør Norway Norwegian Umgangssprache
Siperiansampi Finland Finnish Umgangssprache
Sturgeon Uruguay English Umgangssprache
Sturion de Siberia Romania Rumanian Umgangssprache

 

Allgemeines zum Stör

Unter den Stören finden wir die grössten Süsswasserfische der Erde. Hausen (Huso huso), Störfische des Kaspischen und Schwarzen Meeres können fast 8 m lang und 1300 kg schwer werden. Störe haben ein haiähnliches Aussehen. Der Körper ist langgestreckt, die Schnauze spitz ausgezogen und die Schwanzflosse schief, mit im oberen Teil endender Wirbelsäule. Die Ganoid-Schuppen sind auf 5 Längsreihen von Knochenschilden an Rücken, Seiten und Bauch reduziert. Vor dem unterständigen Mund stehen 4 Barteln. Der Mund kann wie ein Saugrohr vorgestülpt werden. Alle Flossen, bis auf die Brustflossen, setzten weit hinten an. Die Störe i.e.S. haben eine kegelförmige, mehr oder weniger lang ausgezogen Schnauzenspitze und jederseits ein Spritzloch. Die Schaufelstöre zeichnen sich durch eine schaufelartig abgeplattete Schnauze und fehlende Spritzlöcher aus.

Verbreitung

Echte Störe findet man nur in den gemässigten Breiten der Nordhalbkugel. Einige Arten leben im Meer und wandern zum Laichen flussaufwärts, während andere ständig in Flüssen oder Binnenseen bleiben.

Ernährung

Störe ernähren sich überwiegend von Weichtieren, Ringelwürmern, Garnelen und Fische.

Fortpflanzung

Die Störe laichen im Frühjahr. Die Süsswasserarten bevorzugen flaches Wasser und suchen gern kleine Flüsse zum Laichen auf; die Meerarten wandern in Flüsse ein. Der Hausen zieht vom Kaspischen Meer die Wolga hinauf und laicht in Löchern, die mitunter bis 36 m tief sind. Beim Seestör reifen die Eier ständig, und das Weibchen laicht hier und dort eine kleine Anzahl ab.

Die Störe sind äusserst fruchtbar – ein ausgewachsenes Weibchen produziert mehrere Millionen Eier -, entwickeln sich aber sehr langsam. Sie können über 75 Jahre alt werden.

Frisch geschlüpfte Larven sind kaum länger als 12 mm und tragen vor dem Maul eine pigmentierte Grube als Reste einer Saugscheibe. Der Hausen wächst pro Jahr 38 cm. Der Seestör braucht 20 Jahre, um 1,2 m lang und damit geschlechtsreif zu werden.

Systematik

Die Störe sind die einzige Ordnung der Knorpelganoiden. Sie bestehen aus zwei Familien, den Echten Stören (Acipenseridae) und den Löffelstören. Zu den Echten Stören gibt es noch zwei Unterfamilien: die Störe i.e.S. (Acipenserinae) und die Schaufelstöre (Scaphirhynchinae). Zu den Stören i.e.S. gehören die Gattungen Hausen (Huso) und die eigentliche Störe (Acipenser). Es gibt etwa 25 Arten, die sich alle ziemlich träge bewegen und ihre Nahrung in Bodennähe suchen. 15 Arten davon leben in Mittel- und Ost-Europa und 9 in Nordamerika.

Wichtigste Arten

Zur Gattung Acipenser gehören alle atlantischen und pazifischen Störarten.

Sibirischer Stör (Acipenser baerii baerii)

Baikal-Stör (Acipenser baerii baicalensis)

Kurznasen-Stör (Acipenser brevirostrum)

Yangtse-Stör (Acipenser dabryanus)

See-Stör (Acipenser fulvescens)

Russischer Stör oder Waxdick (Acipenser gueldenstaedtii)

Grüner Stör (Acipenser medirostris)

Sachalin-Stör (Acipenser mikadoi)

Japanischer Stör (Acipenser multiscutatus)

Adriatischer Stör (Acipenser naccarii)

Glatt-Stör oder Glattdick (Acipenser nudiventris) (Glattdick)

Golf-Stör (Acipenser oxyrinchus desotoi)

Atlantischer Stör (Acipenser oxyrinchus oxyrinchus)

Persischer Stör (Acipenser persicus)

Sterlet (Acipenser ruthenus)

Amur-Stör (Acipenser schrenckii)

Chinesischer Stör (Acipenser sinensis)

Sternhausen (Acipenser stellatus)

Europäischer Stör oder Baltischer Stör (Acipenser sturio)

Weisser Stör (Acipenser transmontanus)

Wasserverschmutzung, Bau von Staustufen in den Flüssen und rücksichtsloses Überfischen haben den Hauptlieferanten des Kaviars, Gewöhnlicher, Baltischer oder Atlantischer Stör (Acipenser sturio) den fast in seinem ganzen Verbreitungsgebiet an den Rand der Ausrottung gebracht. Dieser Stör war ursprünglich an den Küsten Europas vom Schwarzen über das Mittelmeer und dem Atlantik von Island bis zum Nordkap einschliesslich Nord- und Ostsee beheimatet. Heute steigt dieser Wanderfisch nur noch in wenigen mittel- und westeuropäischen Flüssen zum laichen auf. Grössere Bestände gibt es nur noch im Schwarzen Meer. Er wird bis zu 315 kg schwer. Auf der anderen Seite des Atlantiks lebt der Stör vor Neufundland und vor Neu-England. Dieser wird maximal 3 m lang und 210 kg schwer und verbringt den Hauptteil seines Lebens im Meer. Männchen werden mit 7-9 Jahren und Weibchen mit 8-14 Jahren geschlechtsreif, dann wandern die Fisch zum Laichen flussaufwärts. Sie leben am Boden. Beim trägen Schwimmen über den Boden berühren die Bartfäden den Untergrund und spüren die überwiegend tierische Nahrung auf, die mit der vorstülpbaren Mundöffnung eingesaugt wird. Die Nahrung besteht aus Würmer, Weichtiere, Krebse und kleine Fische.

Als ausgesprochener Süsswasserbewohner lebt der bis 1 m lange Sterlet (Acipenser ruthenus) in den Zuflüssen des Schwarzen und Kaspischen Meeres und den grossen Strömen Sibiriens. Wegen ihres Fleisches und des Kaviars wird er in Don und Wolga befischt. In Russland wird der Sterlet gezüchtet und aufgezogen, um vor allem in der Wolga den Wildbestand anzuheben. Er wird auch gelegentlich mit dem Waxdick oder Russischen Stör (Acipenser queldenstaedti) gekreuzt. Diese Bastarde wachsen schneller als die “Ausgangsformen” und erzielen dementsprechend höhere Gewinne.

In der Donau lebt der 1,5 m lange Glattdick (Acipenser glaber). Er wurde mit Erfolg auch in der Eider und der Oste, Zuflüsse der Elbe, ausgesetzt. Im Schwarzen und Kaspischen Meer leben noch der Sternstör (Acipenser stellatus), der bis 2,20 m lang wird und der Glattstör (Acipenser nudiventris) der eine Länge von 2 m erreicht. In den grossen Strömen Sibiriens laichen 2 wandernde Arten. An der asiatischen Pazifikküste kommen 5 weitere Arten vor. Neben dem Atlantischen Stör sind in Nordamerika noch 4 weitere Arten bekannt, 2 an der Westküste, von denen der grosse Weisse Stör (Acipenser transmontanus) bis 4,5 m lang und 300 kg schwer wird, 1 an der Ostküste und der Rote oder Seestör (Acipenser fulvescens), wird bis 2,4 m lang und 135 kg schwer, in den grossen kanadischen Seen. Der an der Pazifikküste lebende Acipenser medirostris erreicht 2,1 m Länge und 159 kg Gewicht. Er findet sich häufig in Brack- oder Salzwasser.

Zur Gattung Hausen gehört der Europäische Hausen oder Beluga (Huso huso). Er lebt als Wanderfisch in der Adria sowie im Schwarzen und Kaspischen Meer. Angeblich soll dieser Fisch über 8 m gross und bis 1,5 Tonnen schwer werden, belegt wurden bisher aber nur 5 m und 1200 kg. Der Hausen wird sehr spät geschlechtsreif, die Männchen mit 14, die Weibchen mit 18 Jahren. Ein reifes Weibchen kann bis zu 7 Millionen Eier tragen. Der Sibirische Hausen (Huso dauricus) lebt im Süsswasser des Amur und wird maximal um 5 m lang.

Schaufelstöre sind Süsswasserbewohner. Sie haben kein Spritzloch und eine breite, abgeplattete Schnauze (die “Schaufel”). Die Gattung Scaphirhynchus kommt mit 3 Arten im Mississippi vor, darunter der Schaufelstör (Scaphirhynchus platorynchus), der bis 90 cm lang und 2,7 kg schwer wird. Die 3 asiatischen Arten der Gattung Pseudosaphirhynchus leben in den Zuflüssen des Aralsee.

 

Der gemeine Stör (Acipenser sturio)

Panzerkreuzer in heimischen Gewässern

Der Stör – ein prähistorisches Geschöpf

Der Stör war einer der ersten Vertreter der Knochenfische. Der Stör hat ein haifischähnliches Aussehen und kann den nach unten stehenden Mund saugrüsselartig vorstülpen. Die Knochenschilder an Rücken und Seiten erinnern an eine antike Rüstung.Mit seinem schaufelähnlichen Kopf wühlt er am Meeresboden nach Larven, Weichtieren und Krebsen, teilweise sogar in bis zu 1000 Meter Tiefe. Der grössere Beluga-Stör gibt sich damit aber nicht zufrieden – seine Beute sind kleine Fische.

Werden über 100 Jahre alt

Der aussergewöhnliche Fisch, der sich im Laufe der Evolution perfekt an seine Umwelt anzupassen wusste, besitzt – einmal ausgewachsen – dank seiner Grösse und Panzerung kaum natürliche Feinde. Die Art der Störe hat Dinosaurier, Kontinentalverschiebungen und Eiszeiten überlebt. Aber nicht nur erdgeschichtlich betrachtet sind diese Fische uralt – einzelne von ihnen können ein biblisches Alter von weit über 100 Jahren erreichen.

27 Störarten weltweit

Es gibt weltweit 27 bekannte Störarten, die in den gemässigten Breiten der Nordhalbkugel vorkommen. Die meisten Störe sind „anadrome“ Fische, d.h. sie leben im Meer und wandern zum Laichen ins Süsswasser flussaufwärts. Den Lachsen gleich kehren sie dann in diejenigen Gewässer zurück, in denen sie einst aus dem Ei schlüpften. Noch im 19. Jahrhundert war der Stör ein viel gesehener Fisch in europäischen Gewässern. Doch das gehört längst der Vergangenheit an. Berühmteste Heimat und dichtestes Verbreitungsgebiet des Störs ist heute das kaspische Meer. Die Anrainer-Staaten sind der Iran, Russland, Kasachstan, Aserbaidschan und Turkmenistan. Andere Verbreitungsländer mit höherem Stör-Aufkommen sind Bulgarien, Rumänien, die Ukraine, China, die USA und Kanada.

 

 

Es gibt Fische im Süsswasser, die kennen die Fischer meist nur aus Lehrbüchern und Geschichten, der Rest der Welt gar nur vom Hörensagen. Eine dieser Raritäten ist der Stör. Ein Fisch aus der Urzeit, in Deutschland selten wie die blaue Mauritius, wertvoll wie die englische Köniskrone. Der Unterwasserfotograf Herbert Frei beschreibt den einzigen heimischen unechten Knochenfisch und zeigt vielleicht die letzten unwiederbringlichen Aufnahmen aus seinem Lebensraum.

Vom Stör, Acipenser sturio, werden nach Auskunft von Experten in der Bundesrepublik in menschlicher Obhut ganze zwei Exemplare mit vager Hoffnung auf Vermehrung gehalten. Glaubt man der Roten Liste, gilt der Stör bei uns als nahezu ausgestorben. Nur Einzelexemplare werden  noch in Elbe, Rhein und Donau gesichtet. Gelegentlich verfängt sich einer im Netz eines Berufsfischers, wird aber im Regelfall wieder freigelassen, denn Acipenser sturio steht unter strengem Naturschutz, darf weder gefangen, noch verkauft werden. Dies hinderte allerdings Anfang 1990 einen mecklenburgischen Fischer nicht daran, einen versehentlich ins Netz gegangenen Atlantischen Stör von 2,85 m Länge und 142 kg Gewicht der Kantine des Bonner Innenministeriums zu verkaufen, wo der stattliche, ca 50 Jahre alte Fisch zu 250 Portionen verarbeitet wurde. In den Mägen der Bürokraten verschwand eines der letzten Exemplare des Atlantischen Störs. Kopf und Haut des stattlichen Fisches wurden einem naturkundlichen Museum übergeben. Ein kleines Drama, das zur ministeriellen Provinzpose verkam, denn die gewitzen Polit-Gourmets reichten nach dieser Panne den Schwarzen Peter einfach nach Brüssel weiter. Nach EG-Recht sind Störe nämlich frei zu befischen. Wie unter solchen Gesetzen eine Arterhaltung funktionieren soll, ist absolut unklar und lässt Störexperten an allen Wiedereinbürgerungsprogrammen zweifeln.

Historie

Die älteste verbürgte Nachricht über den Stör stammt von dem griechischen Schriftsteller Herodet, der den Riesenfisch bereits 450 v.Chr. in einem seiner Werke erwähnte. Wie beliebt der Stör als Speisefisch in früheren Jahren war, belgen Schriften aus denen hervorgeht, dass es in Hamburg an den St. Pauli-Landungsbrücken im letzten Jahrhundert eine 2,3 Ar grosse Störhalle gab – gebaut nur für diesen Fisch. Ein blühender Störhandel überzog alle Städte, die an einem der grossen europäischen Flüsse lagen. In Wien und Hamburg galten  Störe als Massennahrungsmittel für das einfache Volk, das in seinen Verträgen stehen hatte, dass es pro Woche nicht mehr als drei Störgerichte essen musste. Tonnenweise wurden die riesigen Fische in Netzen gefangen und teilweise an Hunde und Katzen verfüttert. Mit beispielloser Ignoranz, von politischer Unfähigkeit begleitet und taub gegen alle Anzeichen der Überfischung wurden die Störbestände bis 1936 nahezu restlos dezimiert. Mit immer engmaschigeren Netzen und dem gleichzeitigen Bau von Schleusen und Staustufen wurden nicht nur vermehrt noch nicht geschlechtsreife Störe gefangen, auch ihre Wanderwege hatte man gedankenlos vermauert und auf diese Weise die letzten Laichgebiete zerstört. So wie sich die Zeiten geändert haben, hat sich der Stör rar gemacht. Aus deutschen und österreichischen Gewässern ist er weitgehend verschwunden, kaum noch wird einer gesichtet, noch seltener einer gefangen. Und viele Angler bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn doch mal einer an den Haken geht. Still und ohne Aufhebens gibt man ihm wieder die Freiheit. Jetzt wurde der Stör zum Fisch des Jahres gewählt. Ein Schritt der seit langem überfällig war.

Störfälle

Wer jemals unter Wasser einem Stör begegnet ist, kann sich des Gefühls nicht erwehren, ein archaisches Lebewesen gesehen zu haben. Der haiförmige Körper, seitlich und oben mit Knochenschildern bedeckt, endet in einer spitzen Schnauze, die hart wie ein Stück Kantholz dem Kopf entspringt. Fährt man mit der Hand über den gepanzerten Rücken, meint man, einen Unsterblichen zu berühren. Weit über 100 Jahre kann er nachweislich alt werden. Auch das unterscheidet ihn von den meisten Lebewesen und weckt Ehrfurcht. Geradezu unheimlich kommen einem seine Masse vor. Gegen den heimischen Stör wirken andere Süsswasserfische wie unterernährte Flüchtlinge aus einem Hungergebiet. Selbst die grössten Welse müssen weichen, wenn Acipenser sturio auftaucht. Unfassbare 6 m kann er lang werden, bei einem Gewicht von ca 1000 kg. Ein sogenannter Rekordstör war ein 1994 im iranischen Teil des kaspischen Meeres gefangenes Individiuum mit 5,5 m Länge und 800 kg Gewicht. Nur ein Kran konnte ihn an Land hieven. Der Gigant lieferte über 100 kg Kaviar im Wert von mehr als 300.000 DM. Frnzösische FAchleute aus dem Musee National d´Historie in Paris hatten das Tier im Auftrag der Iranischen Regierung für die Nachwelt präpariert. Es steht heute in einem Naturkundemuseum in Teheran.

Noch gewaltiger wird der Hausen, Huso huso, eine Störart, die es früher häufig in der Donau gab. Seine Endmasse liegen bei 9,5 m und das Gewicht bei mehr las 1500 kg. Er ist der grösste Süsswasserfisch der Erde, ein Brocken, der grössenmässig selbst neben einem Weissen Hai bestehen könnte. Weltweit gibt es ca 30 Störarten, darunter Riesen und Zwerge, seltene und häufige. Eine der kleinsten Störarten ist der heimische Sterlet, Acipenser rutenus. Er wird bestenfalls 1,2 m lang und 10 kg schwer. Der europäische Rekordsterlet wurde 1996 in der Slowakei von Jan Sipos aus der Donau gefischt. Der Traumfisch wog 6,6 kg bei 92,5 cm Länge und biss auf eine kleine Laube. Sogenannte Störfälle gibt es immer wieder. So fing der 13-jährige Thorsten Fischer (nomen est omen) aus Leipzig im Hausgewässer seines Vaters, dem Flüsschen Pleisse, einen 75 cm langen Störhybriden, eine Kreuzung aus Sterlet und Sibirischen Beluga, der Bester genannt wird. In der alten DDR wurden diese Fische einst für Promi-Schlemmer gezüchtet. Ähnlich erging es dem Hamburger Peter Blume, der im Binnenhafen mit einem Tauwurm auf Aalfang war und plötzlich einen Stör am Haken hatte. Der verblüffte Petrijünger entliess die schwimmende Rarität – ohne zu zögern – wieder in die Freiheit. Gleiches ereignete sich im Main, als der Sportfischer Fabio Nardin beim Nachtangeln mit einem Gummifrosch einen Stör an Land zog. Woher diese versprengten Exemplare kommen, ist oft ungeklärt. Vielleicht sind sie aus Zuchten entwichen, wurden ausgesetzt oder sind möglicherweise tatsächlich aus der Nordsee zugewandert. Ob es sich um echte Atlantische Störe handelte, ist zudem ungewiss, denn die speziellen Unterschiede kennen oftmals nur Störexperten. Die gelandeten Störe waren zudem allesamt noch recht klein, sonst hätten sie nicht gefangen werden können. Um einen 4-Meter Stör von 600 kg mit der Angel zu besiegen, benötigt man in der Schlussphase mindestens sechs Männer, damit er an Land gehievt werden kann. Die Süsswassergiganten kämpfen wie Berseker, springen wie MArline in die Luft, reissen die Schnüre von der Rolle, ziehen ein Angelboot stundenlang über das Wasser. Kommt man dem knochenartigen, mit Schildpatt besetzten Schwanz zu nahe kann das übel enden. Ein grosser Stör kann dem Angler mit einem Schlag beide Beine brechen. Selbst der kleine Sterlet kann zum Teufel werden. Ein Sportfischer vergass beim Landen die dafür empfohlenen Lederhandschuhe anzuziehen und musste diesen Leichtsinn fast mit dem Leben bezahlen, als der wie verrückt um sich schlagende und sich drehende Sterlet mit einem Knochenschild seiner Rückenpartie dem Angler die Pulsader am Handgelenk aufriss und auch noch dessen Sehne zerfetzte.

Lebensweise

Man weiss viel über den Stör, seine Biologie und seine Verhaltensweisen, doch wenig über sein Leben selbst. Als Grundfisch verbrigt er seine Tage und Nächte vorzugsweise über Kiesgrund, wühlt im Schlamm nach Würmern, Schnecken und Krebsen und flippt gelegentlich mit wilden Sprüngen an der Oberfläche aus, ein Verhalten das nicht zu deuten ist. Als anadromer Wanderfisch zieht er im Frühjahr aus dem Meer zum Ablaichen die Flüsse hoch. Ohne Probleme bewältigt er starke Strömung und Stromschnellen, indem er von einem Vorsprung zum anderen springt und das trotz seiner enormen Körpermasse.

Abgelaicht wird vorzugsweise über klarem Kiesgrund. Die Wasserqualität ist ein wichtiger Parameter für eine erfolgreiche Eiablage. Störe meiden verschmutzes und allzu trübes Wasser, laichen dann lieber vorher im Flussdelta oder in Nebenarmen ab. Nach dem Ablaichen ziehen die erwachsenen Tiere wieder ins Meer, die Jungtiere verbleiben dagegen oft Jahre im Süsswasser, manchmal bis zur Geschlechtsreife, die bis zu 14 Jahre auf sich warten lassen kann. Dann allerdings legen sie bis zu 2,5 Millionen Eier ab.

Über die Lebensweise des Störs im Meer ist wenig bekannt. Er kann jedenfalls problemlos die tiefsten Stellen in der Nordsee erreichen, geht dort unten auch auf Nahrungssuche. Natürliche Feinde hat ein ausgewachsener Stör aufgrund seiner Grösse und seines knochigen Äusseren so gut wie nicht. Selbst Haie machen um die Riesen einen Bogen und im Süsswasser kann ihnen nur im Jungstadium der Waller (er schluckt sie unzerkaut) gefährlich werden. Hechte spucken erbeutete Kleinstöre wieder aus.

Je grösser der Stör, desto fischiger wird seine Nahrung. Ein 5 m langer Atlantischer Stör oder gar ein 8 – 9 m langer Haúsen können nicht nur von Krebsen und Würmern leben. Ihre Beute besteht im Süsswasser zum grossen Teil aus Karpfen, Hechten, Zandern, jungen Wallern Plötzen und Rapfen. Im Meer machen sie Jagd auf Schollen, Dorsche, Heringe, Köhler, Wasservögel und Robbenbabys. Die Beute wird im Ganzen verschlungen bzw. im Maul zerrieben. Inwieweit der harte Hornfortsatz am Schädel bei der Nahrungssuche beteiligt ist, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Man nimmt an, dass Störe hin und wieder mit dieser Schädelverlängerung den Untergrund aufwühlen, um an Aale zu gelangen. Dass das Horn auch als Waffe benutzt wird lässt sich nur vermuten. Ein meterlanger Stör wäre bei entsprechendem Gewicht und angemessener Dynamik durchaus in der Lage, einen Menschen oder einen ähnlich grossen Fisch zu töten bzw. schwer zu verletzen. In Russland sollen grössere Hausen auch schon Fischerboote versenkt haben, indem sie mit ihrer Hornschnauze ein Loch in den Rumpf stiessen.

Während man vor hundert Jahren nur drei Störarten unterschied, rechnet man heute mit über 20 Formen, die sich aber in Grösse und Gestalt teilweise nur unerheblich voneinander unterscheiden, sodass selbst Fischkundler kaum die einzelnen Arten unterscheiden und zuordnen können. Störe sind eine ausserordentlich variable Fischgruppe, in der es nicht selten zu Bastarden kommt. Diese Mischformen sind normalerweise unfruchtbar, erreichen aber ein unglaubliches Grössenwachstum. Kleinster Stör ist der Sterlet dessen maximale Länge nur etwas über 1 m beträgt. Ihn findet man bei uns in vielen Flüssen und den Nebenarmen der grossen Ströme, ausserdem hält er sich auch in Seen auf und benötigt wie die stationäre Störform im russischen Lagoda See keinen Zugang zum Meer.

Das schwarze Gold

Bereits seit Jahrhunderten ist der KAviar (russisch Ikra) ein hochgeschätzes und teuer bezahltes Genussmittel. Störrogen wird in bester Qualität höher gehandelt als Gold. Die Preise erreichen mitunter astronomische Höhen. Feinschmecker sind bereit, für eine Topqualität fast jeden Preis zu bezahlen. Ein Kilogramm besten Beluga-Kaviars gibt es ab 2500 Euro. Eine Rarität sind die elfenbeinfarbigen Eier von über 100-jährigen Albinostören. Jährlich werden davon nur 20 kg gewonnen, das kg für 23.000 Euro. Übertroffen wird dieser Kilopreis nur noch vom persischen Almas-Kaviar (Almas, persich = Diamant), der ausschliesslich in 24-Karat-Golddosen, das kg für etwa 30.000.-Euro angeboten wird. Berühmte Gerichte wie Reibekuchen mit KAviar netzücken schon alleine wegen ihrer edlen Schlichtheit. Wer Kaviar nur geniessen will, isst ihn aus der Dose mit dem Kaffeelöffel. Mild gesalzen soll er sein.

Die Hatz auf den Stör, der wegen seiner feinen Eier zum teuersten Fisch der Welt wurde, hat die Populationen in Russland stark dezimiert. Eine Stör-Mafia hat sich des Handels bemächtigt und beutet die Bestände gnadenlos aus. Unerfahrene Verbraucher werden mit mieser Qualität übers Ohr gehauen. Kaviar darf z.B. niemals in Gläsern oder offen angeboten werden, weil Licht und Sauerstoff den edlen Geschmack binnen weniger Stunden zunichte machen und das edle Gut zum Oxydieren bringen. Übrig bleibt nach Meinung von Fachleuten eine ölige Schmiere, die für viel Geld verhökert wird. Michael Riegert, Chef des Caviar-House in Genf, wo auch Gorbatschow schon orderte, gibt dem Kaviar nach dem Öffnen der Dose gerade mal 20 Minuten bis zum geschmacklichen Kollaps. In Deutschland ist die Lufthansa der Hauptabnehmer. Etwa 11 Tonnen Kaviar ordert die Fluggesellschaft jährlich und bietet den Luxus in der First Class an.

Ökonomie und Ökologie

Wirtschaftlich spielt der Stör nur noch in den Östlichen Ländern eine Rolle. In Russland, der Ukraine und im Iran gibt es ganze Fabriken, die sich mit der Verarbeitung von Kaviar und Störfleisch beschäftigen. Während Kaviar vorzugsweise in Dosen verpackt und auf diese Weise um die ganze Welt verschickt wird, geschieht das mit Störfleisch nur bedingt. In Russland wird der Stör mitunter eingesalzen, gewürzt, getrocknet oder in gefrorenem Zustand den Verbrauchern angeboten. Getrockneter Störrücken gilt in vielen Teilen Russlands und der Ukraine als Delikatesse.

Vom Stör wird so gut wie alles verarbeitet. Aus der grossen Schwimmblase wird Fischleim gewonnen. Eine russische Spezialität ist die Verwertung der Rückensaite (Choroda dorsalis), die zur Zubereitung der dort beliebten Fischsuppen undFischpasten (Pirok) benutzt wird. Störe, insbesondere der riesige Hausen, enthalten ziemlich dicke Eingeweidefette, manchmal pro Fisch 20 bis 30 kg und noch mehr. Aus dem gelblichen Fett gewinnt man vorzügliches Speiseöl, das unter anderem in der Konservenfabrikation verwendet wird.. Die Knochen – je nach Störgrösse 100 kg und mehr – sind als wichtige Zutat für die Zubereitung von speziellen Fischsuppen unerlässlich. Getrocknete und gereinigte Knochen gehen in grosser Zahl nach China, wo sie iu der dortigen Küche als Aromastoff Verwendung finden.

An Bedeutung gewinnt die Störzucht, aber nicht alle Arten lassen sich unproblematisch vermehren. Vielfach fressen sich die Jungen selbst auf, bis nur noch wenige Exemplare übrig sind. Erst 1991 gelang dem Agrarwissenschaftler Joachim Schindler die Nachzucht des Sterlets. Führend in der Störzucht scheint die Fa.United Food Technologies AG in Fulda zu sein. Die im Industriegebiet ansässige Firma züchtet dort Tausende laichfähiger Störe diverser Arten – leider nicht den Atlantischen Stör – und erntet so echten Kaviar “Made in Germany”. Die Tiere werden dabei nicht getötet, sondern mittels Kaiserschnitt vom Roggen befreit, vernäht und wieder ins Wasser zurückgesetzt. Dieses Verfahren kann bis zu sechs Mal wiederholt werden. Ob es eines Tages gelingt, den in Deutschland nahezu ausgestorbenen Acipenser sturio auf diese Weise  wieder heimisch werden zu lassen, ist allerdings ungewiss.

Literatur

STÖRE (Acipenseriformes): Biologie und Aquakultur.
Von Martin Hochleithner. Hartgebunden, 228 Seiten.

Fischzuchtmeister Martin Hochleithner informiert in diesem überarbeiteten und erweiterten Werk umfassend über die Störartigen und schliesst damit eine Informationslücke. Um die Zusammenhänge für die Vermehrung und Aufzucht aber auch die Haltung und Bewirtschaftung zu verstehen ist die Biologie der einzelnen Arten von besonderer Bedeutung. Daher wird in diesem anerkannten Fachbuch ein weltweiter Überblick über die einzelnen Arten gegeben. Es beinhaltet die aktuellsten Informationen und kann deshalb jedem empfohlen werden, der sich in irgendeiner Weise mit Stören beschäftigt, wie Biologen und Züchter sowie Berufsfischer, Sportangler und Aquarianer, ist aber auch für alle an der Natur interessierte Personen lesenswert.
Nach der Einleitung gibt der Allgemeine Teil einen Überblick über den speziellen Körperbau, die Lebensweise, die Hybriden und die Systematik. Ein Bestimmungsschlüssel erleichtert erstmal das exakte bestimmen der einzelnen Störarten und Familien. Im Artenteil werden die verschiedenen Arten in Einzeldarstellung (alle in Abbildungen) mit genauer Beschreibung, Verbreitung, Lebensweise und wirtschaftlicher Bedeutung vorgestellt. Der Aquakultur Teil behandelt ausführlich die verschiedenen Methoden der Laichfischhaltung, Handhabung, Vermehrung, Erbrütung, Aufzucht und Fütterung sowie die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen und Fischereimethoden und wird mit der (Kaviar-) Verarbeitung und dem Räuchern beendet. Die grossteils farbigen Abbildungen und informativen Tabellen geben raschen Überblick. Im Anhang finden sich interssante Rezepte, die wichtigsten Nährtiere und Parasiten sowie ein Adressverzeichnis der Beratungsstellen und Fischgesundheitsdienste. Die fremdsprachigen Bezeichnungen und Synonyme der einzelnen Arten sowie ein Literaturverzeichnis vervollständigen dieses Standardwerk der Acipenseriformes.
Inhalt und Rezensionen

Von Martin Hochleithner sind auch die Bücher:
Lachsfische – Hechte – Barsche – Welse
Sonderangebot: 3 Bücher von Martin Hochleithner Ihrer Wahl für EUR 99,- inkl. MwSt frei Haus.

Die BIBLIOGRAPHIE der Acipenseriformes.
Von Martin Hochleithner, Jörn Gessner und Sergej Podushka.

Eine wichtige und komplette Bibliografie über die Acipenseriformes, welche fast alle Publikationen der Welt umfasst. Mit über 10.000 Titeln, alphabetisch gelistetet nach Arten und Themen.
Als E-Buch auf CD-ROM (inklusive Microsoft® Internet Explorer 5.5 und Adobe® Acrobat Reader 5.0) und jetzt auch inklusieve “CITES Identification Guide” als PDF-Datei. Auf Anfrage ist die Bibliografie auch gedruckt im Ordner (über 490 DIN-A4 Seiten) verfügbar.

Der Stör.
Von Erna Mohr. Broschiert, 66 Seiten.

Bei diesem Heft handelt es sich um einen Nachdruck der Auflage von 1951. Die heutigen Störe sind altertümliche Tierformen, Reste einer in früheren Erdperioden blühenden Fischordnung. Durch die Verwendung des Störs als beliebten Speisefisch, wurde sein Bestand deutlich dezimiert. In diesem Heft werden Verwandschaftsbeziehungen dargestellt und auf die Gefährdung dieser Art verwiesen, sowie Massnahmen der künstlichen Zucht und Aufzucht vorgestellt.

Untersuchungen zur Haltungs- und Ernährungsoptimierung von Sterlets (Acipenser ruthenus). Unter besonderer Berücksichtigung der Haltungstemperatur und Nutzung alternativer Proteinquellen.
Von Serap Ustaoglu. Broschiert, 155 Seiten.

Alle Störarten sind stark vom Aussterben bedroht, zu ihrer Rettung besteht schneller Handlungsbedarf. Die Stützung natürlicher Fischbestände durch intensive Besatzmassnahmen aus der Aquakultur ist ein wichtiger Ansatz zum Erhalt der Störe. Als Fischereiwissenschaftlerin von der türkischen Schwarzmeerküste scheint die Autorin sowohl für die ökologischen, als auch für die sozioökonomischen Problembereiche der Störfischerei besonders sensibilisiert zu sein. Neben technischen und betriebswirtschaftlichen Optimierungsaspekten trägt diese Arbeit auch umweltökonomischen und sozialen Aspekten der Fischerei und Aquakultur aus globaler Perspektive Rechnung. Die verständliche und somit angenehme Struktur und Sprachwahl ermöglicht selbst fischereiwissenschaftlichen Laien einen guten Einblick in die Thematik.

KAVIAR: Alle Sorten und ihre Geschichte.
Von Susie Boeckmann und Natalie Rebeiz-Nielsen. Hartgebunden, 160 Seiten.

Kaviar – kulinarisches Symbol für Genuss pur und kaum überbietbare Delikatesse. Schon die Antike schätzte ihn als wahre Götterspeise und wies ihm aphrodisierende Wirkung zu. Der kostbare Rogen verschiedener Störarten wird weltweit gehandelt und fand im Laufe der Jahrhunderte eine Spezialisierung. Die Hitliste führt der Beluga-Kaviar an, aber auch Sewruga und Ossietr geniessen Feinschmeckerehren und für Almas zahlen Geniesser astronomische Preise. Heutzutage sind Kaviarsorten der unterschiedlichsten Qualitäten auf dem Markt. Die Autorinnen zeigen, wie man diese voneinander unterscheidet, wie man die Qualitätskriterien kennenlernt und welche Gaumengenüsse Kaviar in diversen Rezeptekombinationen bereiten kann.

Literatur englisch

Acipenseriformes
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THE STURGEONS AND PADDLEFISHES (Acipenseriformes) OF THE WORLD: Biology and Aquaculture.
By Martin Hochleithner and Joern Gessner.
This is an english edition of the book “STÖRE”.
Softbound, 207 pages.

Sturgeon aquaculture has been developing rapidly over the last 10 years. With recent advancements, the requirements of the industry have been changing and the techniques utilized have been changed and adapted rapidly too. Based on the former Soviet experiences, a new technology has been developed and the background of sturgeon biology has been enlightened in many respects.
This work is supposed to close the information gap between scientists and practitioners. The appeal will be far reaching since biologists, field technicians, aquaculturists, fisherman and fish enthusiasts, would all find a wealth of practical information for their field of study.
The book has the style of a species synopsis coupled with everything anyone needs to know concerning the reproduction and culture of sturgeons. It summarizes the current knowledge on all sturgeon and paddlefish species worldwide into a practitioner-oriented working guide, including the experience and research data of the authors for more than a decade.

The book is structured into four sections, comprising:
– An introduction, gross morphology, general ecology, systematics of sturgeons, and the sturgeon hybrids.
– A detailed description of all known species worldwide including their description, their distribution, their ecology, and their current status as well as a revisted key to the species.
– An aquaculture section including the different methods of broodstock management, handling, artifical propagation, incubation techniques, feeding and ongrowing strategies, management of pond and intensive production.
– As well as an overview on fisheries techniques, stock management, processing of sturgeons and their products.
It is concluded with several annexes, including sturgeon egg and larval development, parasites and prey organisms as well as international names and synonyms for the species.
Content & Reviews

The BIBLIOGRAPHY of Acipenseriformes
By Martin Hochleithner, Joern Gessner and Sergej Podushka.
The most important and compensive bibliography about Acipenseriformes, wich includes nearly all publications from around the world. Over 10000 references are listed alphabetically and cross indexed to species and headings.
Available as E-book on CD-ROM (including Microsoft® Internet Explorer 5.5 and Adobe® Acrobat Reader 5.0) and now also including the “CITES Identification Guide” as PDF-file. On request the bibliography is also available printed in folder (over 500 DIN-A4 pages).

This collection of literature dealing with all species and various topics related to Acipenseriformes is intended to serve as a ready reference for researchers, fisheries managers, aquaculturists and conservationists who work with this ancient fish group. Almost all sturgeon and paddlefish species are threatened or endangered. Information on these fishes is still by no means complete in any field, whether related to sturgeon aquaculture, biology or management. In many aspects sturgeon biology is very different from that of other fishes, and sturgeon aquaculture is still at the beginning. Due to the current rate of exploitation, the availability of information might prove crucial for the survival of these species. This is an attempt to improve information concerning the work carried out and to increase its availability.

CITES IDENTIFICATION GUIDE – Sturgeons and Paddlefish
By Paul Vecsei, Richard Charette, Martin Hochleithner, Ilya Trukshin, Tamara Maliepaard and Yvan Lafleur.
Guide to the Identification of Sturgeon and Paddlefish Species Controlled under the Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora.
Text in English, French, and Spanish. Ringbound, 180 pages (or as PDF-file, allready included in the Bibliography on CD-ROM).

The Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, commonly refered to as CITES, has controlled few forms of wildlife trade with the history of illegal activities as the trade in caviar. The involvement of organized crime in the caviar trade has been well documented and enforcement personnel have been killed trying to combat sturgeon poaching. Sturgeon species have existed since pre-history but many are now seriously threatened with extinction. Future efforts to conserve sturgeons must take into account socio-economic factors, water pollution, destruction of habitat and reduced access to traditional spawning grounds. Implementation and enforcement of the Convention can, however, have a major beneficial effect. That is why the CITES Secretariat believes this Guide will be of substantial assistance to enforcement staff in their efforts to tackle illegal trade in sturgeon and sturgeon products and is delighted to be associated with its well illustrated publication.

STURGEONS and PADDLEFISH of NORTH AMERICA
By Greg T.O. LeBreton, F. William H. Beamish, R. Scott McKinley (Editors).
Hardcover, 323 pages.

Modern North American sturgeons and paddlefish are the result of 100 million years of evolution. Once an integral part of aboriginal culture, their numbers were decimated by overfishing and habitat destruction during the past two centuries. This book details the extensive science aimed at helping these remarkable species recover from the brink of extinction, and describes the historical, biological, and ecological importance of North American sturgeon and paddlefish. The text is enhanced by photographs and detailed line drawings. This comprehensive volume will be an invaluable resource for researchers, educators, and consultants, in academic and government settings, who work to further scientific understanding of these fishes. No other single compilation has documented current information in such detail.

Table of Contents
Inga Saffron – Introduction: The Decline of the North American Species; Tim E. Holzkamm and Leo G. Waisberg – Native American Utilization of Sturgeon; Jennifer A. Wilson and R. Scott McKinley – Distribution, Habitat, and Movements; Joseph J. Cech Jr. and Serge I. Doroshov – Environmental Requirements, Preferences, and Tolerance Limits of North American Sturgeons; Michael J. Miller – The Ecology and Functional Morphology of Feeding of North American Sturgeon and Paddlefish; Paul Vecsei and Douglas Peterson – Sturgeon Ecomorphology: A Descriptive Approach;
Jessica A. Bolker – Embryology; Stephan J. Peake – Swimming and Respiration; Thomas D. Singer and James S. Ballantyne – Sturgeon and Paddlefish Metabolism; Greg T. O. LeBreton and F. William H. Beamish – Growth, Bioenergetics and Age; Michael R. Robinson and Moira M. Ferguson – Genetics of North American Acipenseriformes; Nancy J. Léonard, William W. Taylor, and Christopher Goddard – Multijurisdictional Management of Lake Sturgeon in the Great Lakes and St. Lawrence River; Nancy A. Auer – Conservation; Joel P. Van Eenennaam, Frank A. Chapman, and Peter L. Jarvis – Aquaculture; Kevin G. Butterworth and Nancy J. Léonard – Conclusion: Ensuring The Future of Sturgeon; Martin Hochleithner and Paul Vecsei – Identification Key to Sturgeons and Paddlefish of North America;

NORTH AMERICAN STURGEONS: Biology and Aquaculture Potential
By Frederick P. Binkowski and Sergei I. Doroshov (Editors).
Papers from a symposium on the biology and management of sturgeon.
Hardcover, 163 pages.

Sturgeons are an important group of commercial and recreational fishes. These ancient fish evolved over 200 million years ago. Approx. 24 species have survived to the present time and all are found in the northern hemisphere. In some regions these fish are priced for their commercial value, including flesh and caviar through both natural harvest and artificial culture. Fishery management projects were initiated on several North American species, primarly for commercial and sport fishing. During this time few attempts were made to advance the progress on developing the start-of-the-art for the artificial propagation of sturgeons. There were specific problems with various species relative to fish culture and fish management. Some of these problems have been investigated and the research results are included in this book. The Symposium on the Biology and Management of Sturgeon of North America was the first of its kind. It brought together scientists from numerous states. They each told their story and concluded that most populations of sturgeon in US and Canada have declined severely in the past 100 years and less is known about their biology and management than was previously thought. This national meeting set a registered attendance record of over 815 people. Undoubtedly the sturgeon symposium contributed to the attraction of the overall programm. The selection of papers in this book includes genetics, reproductive physiology, taxonomy, culture, behavoir, development, and ecology and management of six species of sturgeon.

STURGEON BIODIVERSITY AND CONSERVATION
By Vadim J. Birstein, John R. Waldman and William E. Bemis (Editors).
Selected, Reviewed and Revised Papers form the International Conference on Sturgeon Biodiversity and Conservation.
Hardcover, 444 pages.

This volume presents a synthesis of basic biological and conservation data for all species of sturgeons (Acipenseridae), paddlefishes (Polyodontidae) and their fossil allies in the order Acipenseriformes. Since the Jurassic, the four families of sturgeon-like fish have been restricted to the Holarctic, where until very recently they flourished in most major river systems. Today, however, virtually all species of sturgeons and paddlefishes face difficult conservation issues.
Papers in the first section of this volume examine paleontology, systematics, evolution and basic biology of acipenseriformes. Recent evidence from fossil Acipenseriformes strongly supports a sister-group relationship of Acipenseridae and Polyodontidae as the suborder Acipenseroidei. New molecular and karyological data provide insight into longstanding questions concerning phylogenetic interrelationships within the genus Acipenser. Most sturgeons are benthic in orientation and diet, whereas most paddlefishes are pelagic, particularly the specialized filter-feeding North American paddlefish, Polyodon spathula. All extant species of Acipenseriformes spawn in freshwater, and many make lengthy upriver migrations to spawning sites, exceeding 2000 km in some systems. Maturation is often late (over 20 years in some species) and individuals usually do not spawn annually. Certain anadromous species of Huso and Acipenser historically achieved legendary sizes (6 m TL) and ages (over 80 years).
The second section of this volume details current conservation status for most of the world’s living species of Acipenseriformes. These papers mark the first attempt to make such a global review of recent data from across the northern hemisphere. The emerging picture is discouraging, for negative anthropogenic impacts range from overfishing to water pollution, to dams and water diversion projects, and all species are threatened to some degree. Across Europe and Asia, many species are extirpated from large parts of their former ranges. A species from the Aral Sea basin, Pseudoscaphirhynchus fedtschenkoi, appears to be extinct. Populations of beluga sturgeon Huso huso, are sharply declining in their historic strongholds in the Caspian and Black Sea basins due to failures of natural reproduction, decreases in stocking (which until recently introduced tens of millions of young into the Volga-Caspian system annually) and poaching. The Chinese paddlefish, Psephurus gladius is also imperiled. Psephurus is restricted to the Yangtze River, and is now blocked from historic spawning sites by the Gezhouba dam; its small population is at best sporadically reproductive, and efforts to breed it in captivity have failed.
The third section of the volume considers specific human impacts and responses to conservation issues. These include: the Aral Sea ecological disaster and its impact on native sturgeons; a review of methods for restoring sturgeon populations; the use of molecular techniques in developing conservation strategies; the extreme sensitivity of sturgeons and paddlefishes to overfishing; and the history of a recently convicted caviar poaching ring.
The volume’s summary reviews the status of all extant species and notes future directions for research on behavior, ecology and population biology that could lead to better co-ordinated international conservation efforts.

GREAT WHITE STURGEON ANGLING
By Bud Conner.
A valuable resource for anyone contemplating sturgeon fishing.
Paperback, 72 pages.

Sturgeon fishing is the ultimate type of bait fishing in fresh water and probably the fastest growing river sport in North America. The next bite might be a 36-incher or a 600-pound leviathan! This book tells you how to get started and guarantee your success. It is written in easy to understand, practical language with anchoring, tackle, rigging and baiting illustrations. In this book, Bud Conner shares his vast knowledge like: where to find fish, techniques, catch-and-release and more. The text includes a thorough angler’s overview of sturgeon angling. It uses not only standard instructions on sturgeon fishing but throws in helpfull hints and even a few resipes for tasty dishes. It can also be used by begginers and produce excelant results.

CAVIAR: The Strange History and Uncertain Future of the World’s most Coveted Delicacy
By Inga Saffron.
A fascinating journey into the hidden history, culture, and commerce of caviar.
Hardcover, 270 pages.

In this book, Inga Saffron tells the story of how the virgin eggs of the prehistoric-looking, bottom-feeding sturgeon were transformed from a humble peasant food into a czar’s delicacy – and ultimately a coveted status symbol for a rising middle class. She explores how the glistening black eggs became the epitome of culinary extravagance, while taking us on a revealing excursion into the murky world of caviar on the banks of the Volga River and Caspian Sea in Russia, the Elbe in Europe, and the Hudson and Delaware Rivers in the United States. At the same time, Inga Saffron describes the complex industry caviar has spawned, illustrating the unfortunate consequences of mass marketing such a rare commodity. Filled with lore and intrigue, this book is a captivating work of culinary, natural, and cultural history.
The story of caviar has long been one of conflict, crisis, extravagant claims, and colorful characters, such as the Greek sea captain who first discovered the secret method of transporting the perishable delicacy to Europe, the canny German businessmen who encountered a wealth of untapped sturgeon in American waters, the Russian Communists who created a sophisticated cartel to market caviar to an affluent Western clientele, the dirt-poor poachers who eked out a living from sturgeon in the aftermath of the Soviet collapse and the “Caviar Mafia” that has risen in their wake, and the committed scientists who sacrificed their careers to keep caviar on our tables.

CAVIAR: The Definitive Guide
By Susie Boeckmann and Natalie Rebeiz-Nielsen.
A sumptuously illustrated guide to all aspects of caviar.
Hardcover, 160 pages.

Caviar takes the reader on an enticing gastronomic journey, as authorities Susie Boeckmann and Natalie Rebeiz-Nielsen reveal how to distinguish between the different varieties, how to serve caviar for optimum flavor and enjoyment, which drinks to offer alongside it, and more. Illustrated with fascinating archive material and gorgeous full-color photography, this book offers a complete range of enticing caviar recipes, from a simple boiled egg with caviar, to exotic canapes, to sushi combinations, to the Russian essential, blini with sour cream and caviar. It covers the history, production, presentation, and consumption of caviar. Plus, this wonderful book offers quick, easy introductions to the four major caviar varieties – Beluga, Osetra, Sevruga, and Golden Caviar. Susie Boeckmann an established authority on caviar, has worked in the industry for more than a decade. Natalie Rebeiz-Nielsen is an acknowledged caviar expert and Director of the internationally renowned Caviar House. She has contributed her specialist knowledge of caviar to many newspapers and magazine articles.

The World of CAVIAR
By Frédéric Ramade.
Hardcover, 144 pages.

Caviar, the highly prized delicacy that is emblematic of luxury and fine taste, is lusciouly explored in this colorful, beautifully photographed volume. History, myth, and technology combine for a complete look at the often secretive industry which has supplied royalty and the wealthy with this sought-after treat for centuries.
Within these pages we board fishing boats traveling from the Caspian Sea to the limits of Siberia and to the Great Lakes in America, where the sturgeon are charted and caught. This allows for a close-up view of fishing, production, and canning methods. The various types and grades of caviar are identified and compared. We are further treated to tantalizing caviar recipes to enjoy. This book pays homage to and promotes the tiny eggs of sturgeon (and to a lesser degree the salmon) in a way that befits their reputation and clearly showes why they are still the luxury item of choice.